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08. August 2019 / Daniel Aebersold

Der lange Weg der Nexplore zur agilen Organisation

Teil 6: Überführung in die Holokratie

Im Dezember 2018 war es soweit, wieder einmal hat sich die gesamte Belegschaft versammelt oder war zumindest mittels Skype-Session online mit dabei.

Wir fassten kurz zusammen was wir bisher auf unserem gemeinsamen Weg für Erfolge aber auch offene Fragen angetroffen haben. Erläuterten, dass wir gerne unseren Weg konsequent weitergehen möchten und offene Fragen mit unserer Nexplore-Charta schliessen möchten. Meine Anspannung war wieder mal ziemlich gross, als ich die entscheidende Frage für den weiteren Verlauf unseres Weges stellte:

«Wollen wir den Reläxer definitiv einführen und somit unseren Weg mittels Nexplore-Charta noch konsequenter zur agilen Organisation verfolgen?»

Die online Abstimmung war somit eröffnet und bereits nach wenigen Minuten stand das Resultat fest:

Ein weiteres Mal war ich überaus glücklich und dankbar, dass die Mitarbeitenden sich mit 95%-iger Zustimmung zu diesem Schritt entschieden haben. Wenn man bedenkt, wie lange wir schon unterwegs waren und welche Strapazen wir auf dem Weg erlebt haben, ist es nicht selbstverständlich, dass die Mitarbeitenden uns mit diesem Resultat nach wie vor ihr Vertrauen entgegengebracht haben.

Die Erleichterung, an diesem Gipfel angekommen zu sein hielt aber nicht lange an, denn nun galt es die Einführung der Charta zu planen und möglichst schnell in die Tat umzusetzen. Denn nun wollten alle Taten und vor allem einen Fortschritt sehen und erleben.

Basistrainings aufsetzten, Workshops für Rollenbeschreibungen mittels Purpose und Accountabilites planen, sinnvolle Kreisstrukturen ausarbeiten und ebenfalls entsprechend beschreiben, Rollenbesetzungen diskutieren, usw.

Es galt sehr viele Termine mit unterschiedlichsten Zusammenstellungen der Mitarbeitenden in kürzester Zeit einzufädeln. Wer schon mal einen kurzfristigen Workshop in einem voll ausgelasteten Unternehmen mit Termindruck organisiert hat, weiss wie schwierig das ist.

Organisieren - um planen - Frust, da Termine nicht wahrgenommen werden können - Ärger da Termine erst in einem Monat zu Stande kommen - Unverständnis, dass wichtige Mitarbeiter den Workshops fern blieben, usw.

Ich bin sehr dankbar, dass ich diese ganze Planung und Durchführung Christoph Fankhauser in enger Zusammenarbeit mit unseren externen Coaches (Daniel Sigrist und neu auch Anja Heggli) überlassen durfte.

Nach einigen Wochen waren erste kleinere Kreise soweit, dass sie nach den Regeln der Nexplore-Charta arbeiteten. Die grösseren Kreise waren aber noch weit davon entfernt, so dass die Ungeduld grösser wurde. Die noch nicht überführten Mitarbeitenden wollten auch endlich nach diesem neuen Modell unterwegs sein....

Dieser Effekt finde ich sehr spannend und ungewöhnlich! Oder wer hat schon mal ein Reorganisationsprojekt erlebt, in dem sich alle nach der möglichst schnellen Umsetzung sehnen? Ich bin mir sicher, dass unsere lange und langsame «Wanderung» dazu geführt hat, dass wir uns nun alle auf die Veränderung freuen und endlich erleben wollen, was wir nun so lange nur verschwommen in weiter Ferne gesehen haben. Tja, somit kann wohl eine gewisse Gemächlichkeit mit kontinuierlichen kleinen Schritten auch sehr positives wirken. Es gibt doch nichts schöneres, als wenn sich alle nach der Umsetzung der Reorganisation sehnen und drängen, dass es schneller gehen sollte J

Mittlerweile haben wir alle Kreise und Rollen überführt und beschrieben, haben erste Erfahrungen mit den Meetings sammeln können und erste Wahlen der Systemrollen durchgeführt.

Auch von unserem Umweg über das durchgeführte PoC, können wir heute profitieren. Da wir die strukturierten Meetings (insbesondere das Governance Meeting) bereits mehrfach im PoC erlebt haben, kennen wir diese Art der Meetings schon bestens und profitieren bereits von der erlebten Erfahrung.

Rückblickend glaube ich, dass der Weg, den wir bisher gemacht haben für uns genau der richtige war. Auch wenn er lang, steinig, schweisstreibend, oft auch nach einer Sackgasse aussah, so war er für uns als Unternehmen wie für mich persönlich sehr lehrreich und interessant. Es hat uns alle wieder ein Stückchen näher zu einer agilen Selbstorganisation geführt, die Verantwortung verteilen aber auch tragen will.

Aber warum wage ich mich hier eigentlich bereits zurück zu schauen, wir sind noch längst nicht am Ziel angelangt und der Weg schlängelt sich weiter durch unerforschtes Gebiet. Mittlerweile hoffe ich stark, dass der Weg nie ein Ende nehmen wird und wir uns als Individuen wie auch als Unternehmen fortlaufend weiterentwickeln und anpassen können ... und als wichtigster Punkt: die stetige Veränderung zur Normalität in der wir uns wohl und sicher, aber auch ständig gefordert fühlen.

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