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14. Februar 2020 / Sarah Winiger

Arbeiten ohne Hierarchien – so fühlt es sich an

Ich habe keine Vorgesetzten mehr. Wir sind nun alle Mitglieder von Kreisen. Klingt irgendwie esoterisch, nicht?

Mein neuer Arbeitgeber ist nach Holacracy organisiert. Ich habe schon früher von dieser Kreisorganisation gehört und es war für mich mit ein Grund, die neue Stelle anzunehmen. Ich möchte unbedingt erleben wie es ist, ohne Hierarchien zu arbeiten.

Was ich cool finde

Durch meine „Rollen“ und die dazugehörigen „Accountabilities“ habe ich einen sehr genauen und immer aktuellen Job-Beschrieb. Das hatte ich so noch nie (Stellen im Marketing können sich rasch verändern und darum waren meine Stellenbeschriebe meist veraltet). Ich habe zum Beispiel Rollen wie Marketing- und Kommunikationsplaner oder Dienstleistungs- und Produkt-Vermarkter. Im Holacracy-Tool kann ich jederzeit nachlesen, welche Verantwortungen und Aufgaben meine Rollen oder die meiner Arbeitsgspändli beinhalten.

Rollen werden nicht auf einzelne Personen zugeschnitten, sondern aufgrund der Verantwortungsbereiche und Tätigkeiten, die es in einer Firma braucht. Eine Rolle kann von mehreren Personen ausgeführt werden. Das bietet mir als Arbeitnehmerin die Möglichkeit, mich stetig weiterzuentwickeln.

 Eine weitere Holacracy-Eigenheit sind die „Spannungen“. Ich erfasse regelmässig Spannungen, wenn ich beispielsweise eine Information benötige, bei einem Projekt nicht weiterkomme oder ein Thema mit meinem Kreis diskutieren will. Spannungen werden an regelmässig durchgeführten Sitzungen abgearbeitet. So kann ich sicherstellen, dass meine Projekte nicht ins Stocken geraten.

Was ich angenehm finde

Die Holacracy-Sitzungen werden nach einem genauen Ablauf durchgeführt. Sie haben einen fixen zeitlichen Rahmen und werden vom „Facilitator“ moderiert. Ich habe tatsächlich seit meinem Beginn vor 8 Monaten noch nie erlebt, dass eine Sitzungszeit überzogen wurde. Sinnlose Diskussionen werden vom Facilitator unterbunden. Herrlich!

Was ich manchmal als schwierig empfinde

Jede Person kann von Sitzung zu Sitzung entscheiden ob sie dabei sein will und kann, oder nicht. Das bedeutet, ich weiss vorher nie genau, wer teilnimmt. Und durch das toughe Zeitmanagement fehlt manchmal die Zeit für Kreativität und ausgiebige Diskussionen. Zu diesem Zweck lade ich zusätzlich zu Fokus-Meetings  ein.

An was ich mich gewöhnen musste

Zu Beginn war es seltsam, dass die Sitzungen so strikte geführt werden. Ich war manchmal unsicher ob ich jetzt etwas sagen darf oder nicht. Aber bald wurde mir klar, dass ich mich ganz natürlich verhalten kann und der Facilitator mich darauf hinweist, wenn ich still sein muss 😉

Themen wie persönliche Weiterentwicklung und Lohn werden innerhalb von Holacracy nicht abgedeckt. Darum haben wir bei Nexplore die Rolle Personalbegleiter. Ganz ohne Mitarbeitergespräch geht’s ja irgendwie auch nicht. Das finde ich gut.

Zum Schluss

Ich mag Veränderungen und finde es richtig und wichtig, dass ein Arbeitgeber es wagt, aus alten Mustern auszubrechen um fit für den Markt zu sein. Als Arbeitnehmerin möchte ich flexibel bleiben und neue Formen von Organisation und Zusammenarbeit erleben.

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