Group 4 Copy Created with Sketch.

Nexpert is here to help

Hast du eine Frage?

25. September 2019 / Frieder Kolless

Digitalisierung agil – wie soll das funktionieren?

Nexplore Blogbeitrag Agile Digitalisierung

Was verstehen Sie unter Digitalisierung in Ihrem Unternehmen?

Vielleicht

  • das Sammeln von Daten?
  • die Automatisierung von Arbeitsschritten?
  • das Einführen von effizienteren Prozessen?
  • die Lancierung neuer Produkte?
  • oder eine virtuelle Organisation?

In meinen Augen ist die Digitalisierung gleichzusetzen mit einer an das digitale Umfeld angepassten Unternehmensstrategie und deren Implementation.

Strategieprozess zur Digitalisierung

Ausgehend von Ihrem

  • derzeitigen Geschäftsmodell,
  • dem Geschäftsumfeld (beispielsweise neuen digitalen Technologien)
  • und Ihrer Mission, Vision sowie den Werten

identifiziert und implementiert man strategische Ziele und Initiativen, die sowohl Prozess- und Ressourcenverbesserungen als auch gegebenenfalls ein neues oder optimiertes Produkt- und Wertangebot für die Kunden implizieren. Bei den daraus resultierenden „Changes“ sind insbesondere die konstante Kundenorientierung und die Änderungserfordernisse in der Führung und Kultur zu beachten.

Schwächen des klassischen Strategieprozesses

Leider landen in der Realität viele dieser sorgfältig alle 3-5 Jahre ausgearbeiteten Strategien in der Schublade. Sie sind über einen zu grossen Zeitraum angelegt und berücksichtigen aktuelle und schnelle Änderungen des Geschäftsumfelds marginal. Ausserdem versanden die beschlossenen Initiativen, da die strategische Arbeit vom operativen Alltag verdrängt wird.

Meine Empfehlung zu einem agilen Strategieprozess

In einer Zeit mit hoher Transparenz, enormer Schnelligkeit und grosser Flexibilität könnte man auch die von mir beschriebene Digitalisierung mehrmals im Jahr (z.B. quartalsweise) mit kleineren und priorisierten Massnahmen durchführen.

Ist es bei existierender Unternehmensvision nicht möglich, einen „Strategiebacklog“ (eine priorisierte Liste strategischer Initiativen) zu erarbeiten und zu führen, den man in regelmässigen Abständen überprüft, flexibel ändert, erweitert und anders priorisiert? Ich glaube, diese Art von „Agiler Digitalisierung“ wäre ein moderner, zeitgemässer und transparenter Ansatz.

Ausserdem wären für die Umsetzung der strategischen Initiativen (wie in Scrum) regelmässige Standup-Meetings zur Besprechung des Fortschritts sinnvoll. Dadurch würden die Mitarbeiter in die Umsetzung miteinbezogen und die strategischen Initiativen würden nicht mehr einfach so versanden.

Begünstigende Voraussetzungen für den agilen Strategieprozess

Grundsätzlich kann man meines Erachtens einen solchen agilen Strategieprozess bei jedem Unternehmen etablieren. Die Umsetzung wird jedoch nicht nur durch kulturelle Voraussetzungen im Unternehmen begünstigt. Im Folgenden sind 2 Beispiele für weitere begünstigende Voraussetzungen aufgeführt:

  • Es ist sicherlich förderlich, wenn Unternehmen statt mit fixen mit möglichst vielen variablen Betriebsmitteln arbeiten. Auf IT-Seite ist dies heute durch die Verwendung von digitalen Arbeitsplätzen oder Serverkapazität in der Cloud möglich.
  • In einem produzierenden Unternehmen könnte man die mechanische Fertigung im Outsorucing von einem digital vernetzten Fertigungsunternehmen beziehen. Das erhöht insbesondere die Flexibilität bei strategischen Änderungen.

Mehr rund um das Thema Digitalisierung gibt es hier:

Agil: 7 Schritte zu einer agileren Strategieumsetzung
Als KMU die Digitale Transformation erfolgreich umsetzen
Die Zukunft der Arbeit

Ich freue mich auf Ihre Reaktionen zum Vorschlag für eine „Agilen Digitalisierung“ und den beschriebenen, begünstigenden Voraussetzungen dazu. Gerne stehe ich unter frieder.kolless@nexplore.ch oder zum Austausch bei einer Tasse Kaffee zur Verfügung.

Für Sie interessant