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12. März 2026

KWO Employee Experience: Vom Brünig in die Zukunft (Teil 1 von 3)

Wer den Brünig überquert und in die Bergwelt der Oberhasli-Region eintaucht, versteht sofort, warum die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) eine besondere Arbeitgeberin ist. Die Lage ist spektakulär – aber auch abgelegen. Zwischen Stauseen, Bergbahnen und Hotels arbeiten Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern: Elektromechaniker:innen, Ingenieur:innen, Hotelfachleute, Verwaltungsangestellte, Touristiker:innen. Diese Vielfalt macht KWO einzigartig – und zugleich herausfordernd.

Ausgangslage: starke Berge, knapper Nachwuchs

Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte ist angespannt, besonders in technischen und touristischen Berufen. Hinzu kommt der demografische Wandel: In den nächsten zehn Jahren wird rund ein Drittel der Belegschaft pensioniert. Der Druck wächst, Know-how zu sichern, Nachwuchs zu gewinnen und gleichzeitig erfahrene Mitarbeitende langfristig zu halten.

Die Zukunftsfähigkeit der Organisation hängt somit direkt vom Mitarbeitendenerlebnis ab. Klassische Massnahmen – Events, Give-aways, Kommunikationskampagnen – hatten nicht genügt. Es brauchte einen neuen Ansatz. Und genau hier setzte die strategische Entscheidung an: KWO wollte verstehen, was Mitarbeitende wirklich erleben – und daraus gezielt Verbesserungen ableiten. Der Ansatz dafür: ein umfassendes Employee-Experience-Projekt mit Nexplore.

Vom Auftrag zur gemeinsamen Vision

Der Projektstart war bewusst offen. KWO wollte verstehen, was Mitarbeitende wirklich bewegt, bevor Lösungen definiert werden. Gemeinsam mit Nexplore wurde der Prozess entlang des Double Diamond Framework aufgebaut – von Discover (Verstehen) bis Define (Fokus). 

Ziel: Eine faktenbasierte Grundlage schaffen, um Kultur- und Organisationsentwicklung gezielt weiterzuführen.

Das Fundament: ein interdisziplinäres Kultur-Team

Bereits bestehend bei KWO: ein Kultur-Team mit Vertreter:innen aus allen Bereichen – Geschäftsleitung, HR, Verwaltung, Frontline. Diese Vielfalt war der Schlüssel. Sie brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen und sorgte für Akzeptanz.

Lesson learned: Das Team ist die erste Intervention – seine Zusammensetzung entscheidet über Wirkung.

Kick-off: Klarheit, Verständnis, Vertrauen

Im ersten Workshop wurden drei Dinge erreicht:

  1. Ziele definiert: Warum wir starten und worauf wir hinarbeiten.

  2. Methoden vermittelt: Spielerischer Einstieg in Service Design.

  3. Mitarbeitendenlandschaft skizziert: Erste Hypothesen-Personas zeigten die Vielfalt im Unternehmen.

Das machte sichtbar: Giesskannenmassnahmen funktionieren nicht. Stattdessen braucht es differenzierte Ansätze für unterschiedliche Rollen, Lebensphasen und Bedürfnisse.

Service-Design in Aktion

Der Projektaufbau folgte bewährten Prinzipien:

  • Co-Creation: Mitarbeitende gestalten von Beginn an mit.

  • User-Centricity: Fokus auf reale Bedürfnisse statt Annahmen.

  • Holistic View: Technische, kulturelle und organisatorische Aspekte greifen ineinander.

Gerade für Organisationen mit starkem Betriebsalltag – wie KWO – schafft dieser Ansatz greifbare Veränderung ohne Change-Überforderung.

Ergebnisse des Launches

Nach dem Kick-off stand ein gemeinsames Verständnis:

  • Ein Zielbild für die Employee Experience.

  • Ein klarer Projektauftrag mit Verantwortlichkeiten.

  • Eine gemeinsame Sprache über Bedürfnisse und Herausforderungen.

Damit war die Basis geschaffen für die nächste Phase: den Research.

Drei Learnings aus dem Projektstart

  1. Co-Creation statt Top-down: Akzeptanz entsteht durch Beteiligung.

  2. Methoden befähigen: Verständnis schafft Sicherheit.

  3. Hypothesen als Gesprächsstarter: Der Wert liegt im Dialog, nicht im Dokument.

Ausblick

In Teil 2 dieser Blogserie zeigen wir, wie KWO durch Interviews, Beobachtungen und Shadowing tieferes Verständnis für den Arbeitsalltag gewann – und warum gutes Research die halbe Employee-Experience-Journey ist.