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12. März 2026

KWO Employee Experience: von Erkenntnissen zu konkreten Lösungen (Teil 3 von 3)

Nach intensiven Wochen des Zuhörens, Beobachtens und Auswertens stand bei KWO eine zentrale Erkenntnis im Raum: Nur wer die Mitarbeitenden wirklich versteht, kann Veränderungen gestalten, die wirken. Die Research-Phase hatte ein breites Spektrum an Stimmen, Eindrücken und Bedürfnissen sichtbar gemacht – vom Elektriker in der Zentrale bis zur Servicemitarbeiterin im Hotel. Nun ging es darum, diese Vielfalt in strukturierte, handlungsleitende Modelle zu übersetzen: Personas, Journeys und Service Blueprints.

Vom Verstehen zum Gestalten

Die Research-Phase hatte gezeigt: Mitarbeitende bleiben dort, wo sie Sinn, Vertrauen und Entwicklung erleben. Genau das wollte KWO fördern – strukturiert, messbar und langfristig.

Lesson learned: Vom Zitat zum Muster – Wirkung entsteht, wenn Erkenntnisse sichtbar werden.

Synthesis: aus Daten Bedeutung schaffen

Gemeinsam mit Nexplore startete das Kultur-Team in die Synthesis-Phase. Aussagen, Beobachtungen und Notizen wurden geordnet, codiert und zu Themenclustern verdichtet. Ziel: aus Eindrücken ein gemeinsames Verständnis formen.

Drei zentrale Werkzeuge halfen dabei:

  1. Personas: reale, datenbasierte Profile typischer Mitarbeitendengruppen – keine Wunschfiguren, sondern Spiegel der Organisation.

  2. Journey Maps: visualisierte Erlebnisse entlang des Arbeitslebens – von der Rekrutierung bis zum Austritt.

  3. Service Blueprints: Darstellung der sichtbaren und unsichtbaren Prozesse, die Mitarbeitendenerlebnisse prägen.

Diese Artefakte machten sichtbar, wo Kultur konkret spürbar wird – und wo Lücken bestehen.

Von Erkenntnissen zu Ideen

Mit dem Übergang in die Ideation-Phase begann der kreative Teil: Lösungen entwickeln, die wirken – nicht nur gefallen.
Anhand der How Might We-Methode der Stanford d.school übersetzte das Team die wichtigsten Insights in Gestaltungsfragen:

  • Wie können wir Wissen zwischen Generationen sichern?

  • Wie machen wir Wertschätzung im Alltag sichtbarer?

  • Wie vereinfachen wir Informationsflüsse über Bereiche hinweg?

In Co-Creation-Workshops entstanden daraus erste Ideen, die sofort getestet wurden. Kein PowerPoint-Konzept, sondern greifbare Prototypen, die Mitarbeitende direkt bewerten konnten.

Prototyping: Wirkung durch Ausprobieren

Anstelle langer Konzeptphasen wurde schnell getestet, verworfen, verbessert. Kleine Schritte mit sichtbaren Ergebnissen schufen Vertrauen und Motivation.

So zeigte sich: EX-Design ist kein Projekt, sondern eine Haltung.
Eine Haltung, die zulässt, zu lernen, zu justieren und gemeinsam besser zu werden.

Vom Projekt zur Führungsroutine

Um die Wirkung langfristig zu sichern, definierte KWO gemeinsam mit Nexplore die Strukturen für ein EX Operating Model – ein Rahmen, der Employee Experience dauerhaft steuerbar macht:

  • EX Scale & Journey Management: Transparenz über Status quo und Fortschritte

  • Klare Rollen und Verantwortlichkeiten: Wer pflegt welche Journeys, wer misst Wirkung?

  • Regelmässige Reviewzyklen: Erlebnisse werden fortlaufend reflektiert, nicht nur jährlich bewertet

  • Toolgestützte Pflege: Journeys, Personas und Massnahmen werden dokumentiert, verlinkt und aktualisiert (z. B. mit Smaply)

Damit wurde EX Design zur Führungsroutine – mit Struktur, Kennzahlen und Kulturwirkung.

Wirkung: ein gelebtes Menschenbild

Was als Projekt begann, wurde zu einem sichtbaren Wandel im Selbstverständnis der Organisation:

  • Mitarbeitende erleben, dass ihre Perspektiven zählen.

  • Führung wird dialogischer und wertschätzender.

  • Kultur wird mess- und gestaltbar – ein lebendiges System, kein Poster an der Wand.

Employee Experience ist damit kein Trend, sondern Ausdruck eines Menschenbilds:

Jeder Mensch ist einmalig. Wachstum entsteht zwischen Verbundenheit und Selbstbestimmung.
Oder, wie Gerald Hüther sagt: „Wir wollen verbunden sein – und gleichzeitig zeigen, dass wir etwas draufhaben.“

Drei Learnings aus der Gestaltungsphase

  1. Artefakte sind Kommunikationsmittel, keine Kunstwerke.
    Wichtig ist das gemeinsame Verständnis, nicht die Perfektion.

  2. Schnelles Testen schlägt langes Diskutieren.
    Bewegung schafft Energie.

  3. Wirkung entsteht durch Sichtbarkeit.
    Was Menschen sehen, verstehen sie – und tragen es weiter.

Fazit: Employee Experience ist gestaltete Kultur

KWO zeigt, dass Employee Experience kein weiches Thema ist, sondern eine messbare Führungsaufgabe.
Sie verbindet Empathie mit Struktur – und schafft eine Arbeitsumgebung, in der Menschen bleiben, wachsen und beitragen wollen.

Vom ersten Workshop bis zum Blueprint zieht sich eine klare Linie:
Verstehen. Gestalten. Wirksam machen.
Oder in KWO-Worten: Vom Brünig in die Zukunft.