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07. September 2021

Was macht ein UX Designer?

Beim UX Design steht die Benutzerfreundlichkeit an erster Stelle. Ein UX Designer kümmert sich um die Bedürfnisse, Ängste und Wünsche der Anwenderinnen und Anwender einer App. In unserem Interview erzählt UX Designer Simon Schwyter, wie seine Arbeit während eines typischen Kundenprojekts abläuft.

Simu, was ist deine Arbeit in der Rolle als UX Designer?

Als UX Designer optimiere ich die Benutzerfreundlichkeit unserer Applikationen und sorge dafür, dass die Anwendung fürs Business sowie auch für den Endanwender einen Mehrwert generiert. Denn nur wenn eine App Wert generiert und Spass machen, wird sie von den Endnutzenden angenommen.

Ich erkläre dir das gerne anhand eines Kundenprojekts, lass es uns «App für die Freigabe von Arbeitsanweisungen» nennen, zurecht nur ein Arbeitstitel 😉.

In einem ersten Schritt hat mein Kollege Alain aufgrund des Kundenwunschs und den ersten Anforderungen ein Mockup erstellt. So können erste Ideen direkt visualisiert und mit dem Kunden besprochen werden. Ziel ist das gemeinsame Verständnis der Anforderungen.

Was hast du zu Beginn gemacht, als du den Auftrag übernommen hast?

Als Erstes habe ich ein sogenanntes Product Vision Board gemeinsam mit dem Auftraggeber erstellt. Dort haben wir auch das konkrete Ziel der Applikation definiert und festgehalten. Mittels User Journeys konnten wir den Nutzungsverlauf der unterschiedlichen Anwenderinnen und Anwender abbilden. Wir haben zudem zwei Personas erstellt, 1x den sogenannten Frontline Worker und 1x die Vorgesetzte. Dadurch wurden unterschiedliche Anforderungen und Prioritäten einzelner Funktionen innerhalb der App sichtbar. Um unsere aufgeführten Punkte zu verifizieren und inhaltliche Lücken im Board aufzufüllen, habe ich ausführliche Interviews mit unterschiedlichen Personen, z.B. dem Leiter Prävention Gesundheit + Arbeitssicherheit und weiteren Vorgesetzten geführt. Es ging darum, Fragen wie diese zu klären:

  • Mit welchen Arbeitsinstrumenten arbeiten Sie und Ihre Mitarbeitenden bisher?

  • Welche Aufgaben soll die neue App übernehmen?

  • Welche Arbeitsschritte sollen mit der App leichter fallen?

  • Welche Schritte werden direkt vor der Eingabe in die App erledigt, welche nachher?

  • Auf welchen Endgeräten soll die App laufen?

  • Und so weiter…

Was hast du mit all diesen Antworten und dem vervollständigten Board gemacht?

Aufgrund der Informationen unterzog ich das Mockup einer Optimierung und erstellte daraus ein klickbarer Prototyp. In qualitativen Einzelinterviews, mittels der think out loud Methode, präsentierte ich den Prototyp und holte direkt Rückmeldungen zu allen Details. Diese Interviews führte ich mit den Endanwendern der Applikation.

Erledigst du auch Arbeiten, von denen der Kunde gar nichts mitkriegt?

Ja, da gibt es Einige! Zum Beispiel erstelle ich ein Design System. Dabei lade ich das Corporate Design, das heisst Logo, Schriftarten, Farben etc., des Kunden in unser Tool «Figma» und leite daraus das Look + Feel der App ab. Das ist wichtig und praktisch, denn so können später meinen Entwickler-Kollegen Lukas und Beni von Anfang an mit dem richtigen Design arbeiten.

Wichtig sind auch die Detailspezifikationen, die erfasse ich im «Confluence». Darauf basierend kann mein Kollege Reto, Qualitätsmanager, die Applikation auf Herz und Nieren testen.

Und wie lange dauert so ein Projekt?

Zwischen der Auftragsvergabe und der verwendbaren App vergingen nur 3 Monate! Das ist eher schnell. Aber weil die App nicht sehr komplex ist, hat das gut funktioniert. Es handelt sich dabei um ein Minimal Viable Product (MVP), das bei Bedarf weiter ausgebaut werden kann.

Arbeitest du immer nach diesem Schema?

Ja, dieses Vorgehen und die eingesetzten Methoden haben sich sehr bewährt. Auch bei komplexeren Projekten. Aber die dauern dann meist länger als 3 Monate 😉.