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27. Juli 2026

Erfolgreiche Unternehmen verändern sich, bevor sie müssen

Neue Technologien einzuführen, gelingt heute einfacher denn je. Entscheidend ist jedoch, Unternehmen so weiterzuentwickeln, dass sie auch künftig erfolgreich bleiben. Genau dabei begleitet Nexplore KMU und grössere Organisationen: von moderner Zusammenarbeit über Employee-Experience bis zu Data & AI. Unter dem Leitgedanken «Digitale Zukunft, menschlich gestaltet.» verbindet Nexplore technologische Kompetenz mit Organisationsentwicklung und einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Adrian Herzog, Business Transformation Consultant bei Nexplore, weiss, weshalb digitale Transformation weit mehr ist als die Einführung neuer Technologien.

Dieses Interview erschien am Montag, 27. Juli 2026 in der Beilage "Zukunft der KMU" im Tages-Anzeiger.

Herr Herzog, viele Unternehmen investieren derzeit stark in Digitalisierung. Reicht das aus, um für die Zukunft gerüstet zu sein?

Digitalisierung und digitale Transformation werden häufig gleichgesetzt, beschreiben aber unterschiedliche Entwicklungen. Digitalisierung verbessert bestehende Abläufe mithilfe neuer Technologien. Digitale Transformation geht weiter: Sie verändert, wie Unternehmen zusammenarbeiten, entscheiden und Wert für Kunden schaffen. Technologie ist dafür wichtig, aber nur Mittel zum Zweck. Unser Anspruch bei Nexplore ist es deshalb, digitale Zukunft gemeinsam mit unseren Kunden menschlich zu gestalten. Haltung und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen bilden die Grundlage nachhaltiger Veränderung.

Viele Unternehmen kommen mit einer konkreten technischen Fragestellung auf Sie zu. Wie gelingt es, den Blick auf das grössere Ganze zu lenken?

Unsere Kunden wissen meist genau, was sie technisch erreichen möchten. Nexplore selbst hat ihre Wurzeln als klassische IT-Dienstleisterin und kennt diese Perspektive. Im Gespräch zeigt sich jedoch häufig, dass hinter der technischen Fragestellung organisatorische Themen stehen. Wie werden Mitarbeitende eingebunden? Welche Verantwortung übernehmen Teams? Welche Veränderungen braucht es, damit neue Technologien ihren Nutzen entfalten? Der Wille zur Veränderung ist meist vorhanden. Unterschätzt wird jedoch oft, wie intensiv Mitarbeitende auf diesem Weg begleitet werden müssen. Klassische Schulungen allein reichen heute nicht mehr aus.

Woran erkennen Sie, dass ein Unternehmen Transformation wirklich ganzheitlich denkt?

Als gutes Zeichen gilt, wenn früh über Führung, Zusammenarbeit und die Zukunft des Unternehmens gesprochen wird – nicht nur über technische Anforderungen. Positiv ist auch, wenn Human Resources oder die Organisationsentwicklung strategisch eingebunden sind. Das ist keine Garantie für erfolgreiche Transformation, aber ein wichtiges Indiz. Entscheidend ist die Haltung: Wer sein Unternehmen heute weiterentwickelt, damit es auch in fünf oder zehn Jahren wettbewerbsfähig bleibt, hat den Kern von Transformation verstanden.

Nexplore spricht häufig von «Employee-Experience». Weshalb ist dieses Thema so wichtig?

Wir betrachten Unternehmen konsequent aus Sicht der Mitarbeitenden. Wo entstehen Reibungsverluste? Welche Prozesse erleichtern den Arbeitsalltag? Employee-Experience bedeutet weit mehr als Benefits. Es geht darum, Menschen echten Handlungsspielraum zu bieten, in dem sie Verantwortung übernehmen können. Die Wirkung zeigt sich oft erst mit der Zeit, lässt sich aber über Mitarbeiterzufriedenheit, Fluktuation, Rekrutierungserfolge oder Produktivität durchaus messen.

Welche Veränderung entfaltet dabei häufig eine grössere Wirkung als erwartet?

Eine gelebte Feedbackkultur. Viele Unternehmen behandeln Feedback noch immer als formellen Termin. Dabei macht es gerade in selbst organisierten Teams einen grossen Unterschied, ob Mitarbeitende aktiv um Rückmeldungen bitten müssen oder Kolleginnen und Kollegen diese von sich aus geben. Solche Momente schaffen Vertrauen, Orientierung und Eigenverantwortung – oft nachhaltiger als die Einführung einer weiteren Software.

Rund um künstliche Intelligenz beobachten viele Unternehmen derzeit einen enormen Handlungsdruck. Was erleben Sie in der Praxis?

Der Wunsch, KI schnell einzusetzen, ist verständlich. Gleichzeitig erleben wir ähnliche Entwicklungen wie bei der Einführung von Microsoft Teams: Viele Unternehmen haben die Plattform rasch eingeführt, nutzen ihr Potenzial aber bis heute nur teilweise. Bei KI besteht dieselbe Gefahr. Entscheidend sind deshalb eine solide Datenbasis, klare Governance, eine passende Strategie und Mitarbeitende, die diese Technologien sinnvoll einsetzen können. Erst dann entsteht echter Mehrwert.

Wo sehen Sie den wichtigsten Erfolgsfaktor für Schweizer Unternehmen in den kommenden Jahren?

Transformation ist kein Projekt mit Enddatum. Sie beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln – auch dann, wenn das Geschäft erfolgreich läuft. Wer erst handelt, wenn der Druck von aussen steigt, verliert wertvolle Zeit. Erfolgreiche Transformation beginnt in dem Moment, in dem ein Unternehmen erkennt: Wir entwickeln uns heute weiter, damit wir auch morgen wettbewerbsfähig bleiben.

Dieses Interview erschien am Montag, 27. Juli 2026 in der Beilage "Zukunft der KMU" im Tages-Anzeiger.

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