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31. März 2026

Stämpfli Kommunikation: Wenn der IT-Partner aussteigt

Was tun, wenn der Softwarepartner plötzlich das Geschäftsmodell wechselt und die Software nicht mehr weiterentwickelt wird? Stämpfli Kommunikation stand vor genau dieser Frage. Was folgte, war keine Panikreaktion, sondern der Beginn einer sechsjährigen Reise. Eine Geschichte über gewachsene Systemlandschaften, unerwartete Wendungen und die Erkenntnis, dass digitale Transformation keinen fertigen Plan braucht.

Der Moment, der alles veränderte

Es gibt Nachrichten, auf die man sich nicht vorbereiten kann. Für Stämpfli Kommunikation, ein etabliertes Medien- und Kommunikationsunternehmen, kam eine solche Nachricht vor einigen Jahren: Der langjährige ERP-Anbieter teilte mit, dass er sich neu orientierte. Die Weiterentwicklung der Software? Nicht mehr im Fokus.

Für Stämpfli bedeutete das: Ein System, das tief in den Geschäftsprozessen verankert war, hatte plötzlich keine Zukunft mehr. «Jetzt muss etwas passieren!»

Das Problem hinter dem Problem

Wer nun denkt, die Geschichte handle von einem ERP-Wechsel, liegt falsch. Die Neuorientierung des Anbieters war nur der Auslöser. Das eigentliche Problem lag tiefer.

Stämpfli hatte ein solides CRM und mehrere spezialisierte ERP-Systeme im Einsatz. Das Problem war nicht, dass die Systeme schlecht waren. Das Problem war die Architektur: Das bisherige ERP war als zentrales System definiert, dem sich alle anderen unterordnen mussten. Mit dem Wegfall des ERPs stellte sich eine grundsätzliche Frage: Wie soll unsere Systemlandschaft künftig aussehen?

Warum der grosse Wurf oft scheitert

Die naheliegende Reaktion auf so eine Situation: alles neu machen. Tabula rasa. Ein grosses Transformationsprojekt, das alle Probleme auf einmal löst.

Klingt gut in der Theorie. Scheitert oft in der Praxis.

Grosse Würfe überfordern Organisationen. Sie binden Ressourcen über Jahre, ohne dass sich zwischendurch Erfolge zeigen. Und sie setzen voraus, dass man von Anfang an weiss, wo man hinwill. Aber wer weiss das schon?

Stämpfli entschied sich für einen anderen Weg. Gemeinsam mit Nexplore.

Schritt für Schritt statt Big Bang

Der Ansatz war pragmatisch: nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Entlang echter Probleme, nicht entlang eines theoretischen Zielbilds. Mit der Bereitschaft, unterwegs zu lernen und den Kurs anzupassen.

Der erste Schritt: Das CRM als stabilen Anker nutzen

Stämpfli hatte bereits ein funktionierendes CRM. Statt alles neu zu erfinden, wurde dieses System zum stabilen Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung. Mit der Ergänzung durch ClickDimensions für Marketing-Automation wurden Kampagnen messbar und die Customer Journey nachvollziehbar.

Der Effekt: eine solide Basis, auf der die weiteren Schritte aufbauen konnten.

Der zweite Schritt: Werkzeuge, die ankommen

Microsoft 365 war bei Stämpfli bereits eingeführt, aber noch nicht wirklich angekommen. Die Tools waren da, die Nutzung blieb hinter den Möglichkeiten zurück.

Gemeinsam ging es darum, die Werkzeuge im Alltag zu verankern. Nicht mit Schulungen, die niemand besucht, sondern mit konkreter Begleitung im Arbeitsalltag. Das Ziel: weniger Workarounds, weniger Parallelsysteme, mehr Einfachheit.

Der dritte Schritt: Die Architektur neu denken

Mit dem Wegfall des ERPs stellte sich die Grundsatzfrage: Weiterhin ein zentrales ERP, dem sich alles unterordnet? Oder ein neuer Ansatz?

Stämpfli entschied sich für Letzteres. Die neue Architektur behandelt alle ERP-Systeme gleichberechtigt. Drei zentrale Hubs verarbeiten die Daten: das CRM, das Finanzsystem und die neue Data Platform. Kein System muss sich mehr einem anderen unterordnen.

Nexplore begleitete diesen Prozess nicht als reiner Umsetzer, sondern als Sparringspartner. Das Ergebnis: eine Architektur, die nicht nur das aktuelle Problem löst, sondern Flexibilität für künftige Anforderungen bietet.

Der vierte Schritt: Daten, die wirklich helfen

Mit den Grundlagen an Ort und Stelle rückte ein neues Thema in den Fokus: Wie lassen sich die Daten aus all diesen Systemen so zusammenführen, dass sie tatsächlich nützlich sind?

Die Antwort war eine zentrale Data Platform. Sieben Quellsysteme fliessen heute an einem Ort zusammen. Das Management hat Zugriff auf aktuelle Kennzahlen, nicht auf Stichtagsreports von letzter Woche. Entscheidungen basieren auf Fakten, nicht auf Vermutungen.

Was man erst unterwegs sieht

Rückblickend wirkt die Entwicklung logisch: CRM, dann Workplace, dann ERP, dann Daten. Aber das war kein Masterplan, der am Anfang auf einem Whiteboard stand.

Der ERP-Wechsel kam ungeplant. Die Data Platform wurde erst zum Thema, als die anderen Grundlagen standen. Neue Fragen tauchten auf, die zu Beginn niemand auf dem Radar hatte.

Genau das ist der Punkt. Digitale Transformation ist keine Reise mit festem Ziel und bekannter Route. Sie ist eine Entwicklung, bei der sich die nächsten Schritte oft erst zeigen, wenn man die vorherigen gegangen ist.

Das funktioniert nur mit einem Partner, der nicht nur umsetzt, was im Pflichtenheft steht. Sondern der mitdenkt, wenn sich die Fragen ändern.

Sechs Jahre später

Heute steht Stämpfli an einem anderen Ort als 2019. Die Systeme arbeiten zusammen statt gegeneinander. Marketing und Vertrieb sprechen dieselbe Sprache. Das Management trifft Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten.

Aber das ist nicht das Ende der Geschichte. Es ist ein Zwischenstand.

Stämpfli und Nexplore arbeiten weiter zusammen. Nicht mehr als Kunde und Dienstleister, sondern als Partner. Beide Unternehmen treten heute sogar gemeinsam am Markt auf: Stämpfli bringt Know-how in Kommunikation und Employee Experience ein, Nexplore steuert Digitalisierungs- und Technologiekompetenz bei.

Was als Reaktion auf einen unerwarteten Strategiewechsel des ERP-Anbieters begann, ist zu einer neuen Partnerschaft geworden, die auf Vertrauen basiert. Auf der Erfahrung, gemeinsam Probleme gelöst zu haben. Auf ehrlichen Gesprächen, auch wenn es unbequem wurde.

Was andere daraus lernen können

Die Geschichte von Stämpfli ist kein Einzelfall. Viele Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: gewachsene Systemlandschaften, fragmentierte Daten, der Druck zur Digitalisierung und die Frage, wo man überhaupt anfangen soll.

Drei Erkenntnisse aus sechs Jahren Zusammenarbeit:

  1. Man muss nicht alles wissen, bevor man anfängt.
    Der perfekte Plan existiert nicht. Was zählt, ist die Fähigkeit, unterwegs zu lernen und den Kurs anzupassen.

  2. Kleine Schritte schlagen grosse Würfe.
    Jeder abgeschlossene Schritt schafft Vertrauen, zeigt Wirkung und legt die Grundlage für den nächsten. Das ist nachhaltiger als ein mehrjähriges Mammutprojekt, dessen Nutzen erst am Ende

  3. Der richtige Partner macht den Unterschied.
    Nicht einer, der nur umsetzt, was man ihm sagt. Sondern einer, der mitdenkt, der Fragen stellt, der auch mal unbequem ist. Einer, der bleibt, wenn es kompliziert wird.

Ein letzter Gedanke

  • Digitale Transformation wird oft als technisches Thema behandelt. Als Frage von Systemen, Schnittstellen und Datenmodellen.

  • Aber im Kern geht es um etwas anderes. Es geht darum, wie Menschen zusammenarbeiten. Wie Entscheidungen getroffen werden. Wie eine Organisation lernt und sich entwickelt.

  • Technologie ist dabei ein Werkzeug, kein Selbstzweck.

  • Bei Nexplore nennen wir das: Digitale Zukunft, menschlich gestaltet.

  • Stämpfli ist der Beweis, dass das funktioniert.

Stehen Sie vor ähnlichen Herausforderungen?

Sprechen Sie mit uns darüber, wie ein erster Schritt aussehen könnte.

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